Tag Archiv für 2.Weltkrieg

Griechen sehen deutsche Finanzhilfe als Wiedergutmachung

Die mit ungebrochener Härte um sich greifende Finanzkrise gefährdet unseren Wohlstand. Das ist die eine Seite. Die andere stellt eine Bedrohung für die Demokratie dar. Schuldige für die Finanzkrise werden gesucht und nur allzu einfach gefunden. Griechische Medien machen die Bundesrepublik Deutschland für ihre Schuldenmisere verantwortlich. Der deutsche Steuerzahler müsse Hellas‘ Schulden bezahlen, als Wiedergutmachung für während des Zweiten Weltkrieges erlittenes Unrecht. Längst in das dunkle Hinterzimmer verbannt geglaubte Gespenster der Geschichte drängen wieder ans Tageslicht.

Hakenkreuz

Zu viel Solidarität?

Von den Steuerzahlern der Nettozahler-Staaten innerhalb der EU wird so einiges an Solidarität verlangt. Wohl etwas zu viel. Milliarden werden quer durch Europa verschoben, um den Zusammenbruch hoffnungslos überschuldeter Staaten zu verhindern. Billionen an Haftungen tragen ihr Übriges zur Destabilisierung bisher verhältnismäßig gesunder Volkswirtschaften bei. Den leidgeprüften Steuerzahlern stehen milliardenschwere Sparpakete ins Haus – kein Wunder, dass Wut aufkommt. Der Euro wird von einem angeblichen Friedensprojekt zur Gefahr für ebendiesen. Die Transferunion verbindet Europa finanziell, doch sie entzweit die Völker des Kontinents.

Alte Ressentiments

Besonders seltsame Blüten treibt die übereilte Solidarunion in Griechenland. Der Staat erhielt dutzende Milliarden, ohne die das Land schon vor mindestens zwei Jahren den Bankrott hätte anmelden müssen. Doch von Dankbarkeit ist keine Spur. Der deutsche Vizekanzler Philipp Rösler wurde anlässlich seines Staatsbesuchs in Athen mit Hitler-Transparenten willkommen geheißen. „Deutschland=SS“ posten erzürnte Griechen im Internet. Medien fordern deutsches Geld. Keine Kredite, sondern Wiedergutmachungszahlungen für im Zweiten Weltkrieg erlittenes Unrecht. Zweifelsfrei ist Unrecht geschehen, dieses in kausalen Zuammenhang mit der gegenwärtigen Schuldenkrise zu setzen, ist trotzdem eine gewagte These.

Europa statt Brüsseler Verwaltungsmasse

Auch weiter im Norden ist die Stimmung bereits aufgeheizt. Die Bild-Zeitung stellte Griechen pauschal als faul dar. Die ebenfalls in Bedrängnis geratenen Italiener als orgiastische Verschwender. Weder die Gleichsetzung Deutschlands mit dem Dritten Reich noch die Unterstellung von Faulheit oder Verschwendungssucht im Süden bilden die Wahrheit ab. Doch sie zeigen, in welche Misere die Uneinsichtigkeit der Politik ganz Europa geführt hat. Der Euroraum wurde um jeden Preis verteidigt – auch um den des europäischen Gedankens. Die Austrittspekulationen rund um Großbritannien und seinen Premier David Cameron, der sich in der Rolle eines zweiten Winston Churchill zu gefallen scheint, belegen diese Gefahr. Die Europäische Union in ihrer derzeitigen Form und ihre Kommissare sowie deren ergebene Politiker in den nationalen Regierungen sind eine ernste Gefahr für die europäische Einigung. Europa droht von einem Friedensprojekt zu einer von Brüssel abhängigen Verwaltungsmasse zu degenerieren.

Quelle: Unzensiert

Buchtip: Die letzten Tage von Kolberg

KolbergKampf und Untergang einer deutschen Stadt im März 1945

überarbeitete, korrigierte und wesentlich erweiterte Neuauflage

Preis: 16,80 Euro

Als am 4. März 1945 die sowjetischen Truppen vor den Toren Kolbergs standen, begann ein an Härte kaum zu übertreffender Verzweiflungskampf der nur rund 3300 Soldaten unter Führung des Festungskommandanten Oberst Fritz Fullriede gegen eine vielfache Übermacht der russischen und polnischen Verbände.

Kolberg – diese seit 700 Jahren deutsche Hafenstadt in Hinterpommern – war im März 1945 von Flüchtlingen aus West- und Ostpreußen überfüllt. Nur eine zähe und aufopferungsvolle militärische Verteidigung von Stadt und Hafen bot den Bewohnern, Flüchtlingen, Verwundeten und Soldaten die Aussicht, über See zu entkommen und dem Schicksal von Gefangenschaft, Deportation und der Willkür unbarmherziger Sieger zu entgehen.

Während der vierzehntägigen Belagerung und der erbarmungslosen Kämpfen um jeden Stadtteil und jeden Straßenzug gelang die Rettung von 70000 Zivilisten. 2000 überlebende Verteidiger Kolbergs konnten schließlich in den frühen Morgenstunden des 18. März eingeschifft und in Richtung Westen abtransportiert werden. Zurück blieb eine völlig niedergebrannte und verwüstete Stadt.

Der Autor:

Dr. phil. Johannes Voelker (geb. 23.9.1884, gest. 6.2.1958), Historiker und langjähriger Oberlehrer am Domgymnasium in Kolberg, flüchtete am 4. März 1945 mit seiner Familie zu Fuß aus seiner Heimatstadt Kolberg, wurde jedoch von den Russen überrollt und im Dezember 1945 von den Polen ausgewiesen. Nach dem Krieg fand er wieder eine Anstellung als Pädagoge in Stade und gründete 1946 den Verein der Kolberger.

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Zehn Fragen über den 2. Weltkrieg


Mit freundlicher Genehmigung von Vorkriegsgeschichte.de

Zu den wahren Ursachen des 2. Weltkriegs – war doch alles etwas anders?

Den Zweiten Weltkrieg kann man nicht vom Ergebnis her begreifen, sondern nur von seiner Vorgeschichte. Der Kriegsbeginn von 1939 ist ohne die Person des Diktators Hitler nicht zu begreifen. Hitler und die Bereitschaft der Deutschen, ihm in den Krieg zu folgen, sind ohne den Vertrag von Versailles unverständlich. Die allgemeine Empörung des deutschen Volkes über Versailles ist ohne die Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs nicht zu verstehen. Und auch diese kann nur der begreifen, der das Konkurrenzgebaren der Staaten in Europa des 19. Jahrhunderts kennt. So muß man schon einen langen Anlauf nehmen, um den Kriegsausbruch von 1939 zu erklären.

Der Erste Weltkrieg war von einem Streit zwischen Österreich-Ungarn und den Serben ausgegangen, ausgelöst von der Ermordung des österreichischen Thronfolgers Erzherzog Ferdinand in Sarajewo 1914. Bündnisse und gemeinsame Interessen der Russen, Franzosen und Engländer mit den Serben auf der einen Seite und der Deutschen, Österreicher, Ungarn und Türken den auf der anderen Seite lassen den Mord am Erzherzog binnen fünf Wochen zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs eskalieren. Der Krieg zieht sich vier Jahre hin und bringt England und Frankreich 1916 an den Rand der Niederlage. Russland wird sogar besiegt und scheidet 1917 aus dem Kriege aus. Danach greifen die USA mit frischen Truppen und einer leistungsfähigen Industrie im Hintergrund auf Seiten der Briten und Franzosen ein und bringen nun umgekehrt Deutschland und Österreich-Ungarn an den Rand der Nieder-lage. Doch vor dem völligen Zusammenbruch der deutschen und österreichisch-ungarischen Fronten vermittelt der amerikanische Präsident Wilson mit einem 14-Punkte-Vorschlag einen Waffenstillstand mit für Deutschland harten, aber akzeptablen Bedingungen.

Es kommt zum Waffenstillstand und der Konferenz von Versailles, die in fataler Weise Geschichte schreiben wird. Die Konferenz leitet nun nicht mehr Wilson, dessen 14-Punkte-Vorschlag die deutsche und österreichisch-ungarische Seite verleitet hatte, ihre Truppen von den Fronten abzuziehen und in der Heimat aufzulösen. Die Konferenz leitet der französische Ministerpräsident Clemenceau. Dieser erkennt die 14 –Wilson-Punkte soweit sie Deutschlands Nachkriegsrechte sichern sollten, nicht mehr an, und er läßt die deutsche Konferenzdelegation nicht zu den Verhandlungen zu. So verhandeln Briten, Franzosen, Amerikaner, Belgier, Polen und weitere 22 Siegerstaaten geschlossen unter sich. Sie beschließen die Abtrennung deutscher Gebiete und die Geld- und Sachreparationen, die Deutschland an sie abtreten, zahlen oder leisten soll. Sie legen die nach Versailles genannte Nachkriegsordnung für Europa zu den alleinigen Lasten der Besiegten fest.

Am 7. Mai 1919 werden die von den 27 Siegerstaaten festgelegten Bedingungen erstmals der deutschen Delegation eröffnet. Clemenceau überreicht sie mit den Worten: „Die Stunde der Abrechnung ist da.“ Die Bitte der deutschen Delegation, den „Vertrag“, den sie nun unterschreiben soll, vorher zu verhandeln, wird abgelehnt. Um dem Ausmaß ihrer Forderungen den Anschein von Berechtigung zu geben, versteigen sich die Sieger dazu, Deutschland und seinen Verbündeten die Alleinschuld am Ersten Weltkriegs zuzuschreiben. Der Vertrag verlangt von Deutschland eine große Zahl von Land- und Bevölkerungsabtretungen: Elsaß-Lothringen an Frankreich, die Provinzen Posen, fast ganz Westpreußen und das oberschlesische Industriegebiet an Polen, das Memelgebiet an den Völkerbund, das Hultschiner Ländchen an die Tschechoslowakei, Nordschleswig an Dänemark, das Gebiet um die zwei Städte Eupen und Malmedy an Belgien und Danzig mit dem Umland als Freistaat an den Völkerbund. Der Vertrag stellt das Saargebiet für 15 Jahre unter Frankreichs Herrschaft. Er verbietet außerdem den Anschluß Rest-Österreichs an Deutschland, den die neue Wiener Nationalversammlung gleich nach dem Krieg gefordert hatte. Mehr als die Landverluste schmerzen die erzwungenen Bevölkerungsabtretungen. Die Ausgliederung von 7 Millionen Menschen aus dem Deutschen Reich und die Grenzen neuer Staaten trennen Millionen von Familien. Mit dem Vertrag verliert Deutschland seine Kolonien, zumeist an England. Die Streitkräfte werden auf 100.000 Mann im Heer und 15.000 in der Marine reduziert. Das Deutsche Reich muß den größten Teil der Handelsflotte und der Goldreservenan die Sieger übergeben, dazu einen Großteil seiner jährlichen Eisenerz- und Kohleförderung, Unmengen von Nutzvieh und Landwirtschaftsmaschinen, 150.000 Eisenbahnwaggons und viele tausend Lokomotiven und Lastkraftwagen. Das gesamte private Auslandsvermögen. und unzählige Industriepatente werden konfisziert. Die Geldzahlungen sind exorbitant und über 70 Jahre zu bezahlen. Deutschland wird sie, wie sich später zeigt, nie in voller Höhe zahlen können.

Im Deutschen Reich ist man bestürzt und tief enttäuscht. Man weiß noch zu gut wie man nach dem Krieg von 1870-71 selbst mit Frankreich umgegangen war. Frankreich, das den Krieg von 1870 verursacht und verloren hatte, musste damals zwar das überwiegend deutschsprachige Elsaß-Lothringen abtreten und 4 Milliarden Mark bezahlen, doch es behielt seine Armee, seine Flotte, die Kolonien und die Goldreserven. Die Parteien im Deutschen Reichstag lehnen das Diktat der Siegermächte deshalb zunächst geschlossen ab. Reichspräsident Ebert ( SPD ) sagt zu den Bedingungen:

„Das deutsche Volk trug alle Lasten im Vertrauen auf die durch die Note vom 5. November von den Alliierten gegebene Zusage, daß der Friede ein Friede des Rechts auf der Grundlage der 14 Punkte Wilsons sein würde. Aus solchem aufgezwungenen Frieden müsste neuer Haß zwischen den Völkern und im Verlauf der Geschichte neues Morden erwachsen.“

Die Lasten, die der Versailler Vertrag den Deutschen auferlegt, sind so außerordentlich und das spätere Entgegenkommen der Sieger ist so gering, daß daran – neben anderen Gründen – die junge Demokratie in Deutschland scheitert. Die Zwangsabgaben an Kohle, Düngemitteln, Nahrungsmitteln, Maschinen und Devisen führen zur Verelendung weiter Schichten der Bevölkerung und machen sie so unmittelbar betroffen, daß jede Partei und jeder Politiker, die Lösung oder Linderung versprechen, mit einem Hoffnungsbonus und mit Wahlerfolgen rechnen können. Die NSDAP wird später davon profitieren. Selbst die KPD erklärt im August 1930 :

„Wir erklären feierlich, daß wir im Falle unserer Machtergreifung alle sich aus dem Versailler Frieden ergebenden Verpflichtungen für null und nichtig erklären werden.“

Mit den drei äußerst populären Versprechen, die von Deutschland abgetrennten Deutschen „heim ins Reich“ zu holen, die „Fesseln von Versailles zu sprengen“ und die Arbeitslosig-keit zu überwinden, schaffen die Nationalsozialisten 1933 ihren Wahlsieg und ihre so genannte Machtergreifung.

In den Jahren bis 1939 wird zuerst 1935 das Saarland wieder an Deutschland angeschlossen. 1936 läßt Hitler im Rheinland wieder deutsche Truppen stationieren. 1938 folgt der von den Österreichern mehrheitlich gewünschte Anschluß an Deutschland. Im selben Jahr setzt Hitler – hier erstmals mit der offenen Drohung von Gewalt – den Anschluß von 3 Millionen Sudetendeutschen und der Sudetenlande an das Deutsche Reich durch. Alle diese Korrekturen des Versailler Vertrags erfolgen zum deutlichen Missfallen der Siegermächte. Doch jeder Krug geht nur so lang´ zu Wasser bis er bricht. Im März 1939 zerfällt die Tschechoslowakei in drei getrennte Staaten. Einem davon, der Rest-Tschechei, zwingt Hitler ein Protektorat auf. Er läßt das Land von deutschem Militär und Polizei besetzen. Die Tschechen sind zwar bis 1918 über 900 Jahre Angehörige des Deutschen Reichs gewesen, aber sie sind keine Deutschen, die „heim ins Reich“ zu holen waren. Hitler hat hier zum ersten Mal ein fremdes Volk unterworfen und damit den bisher geraden Weg seiner legitimen deutschen Außenpolitik verlassen. Nun hat alle Welt einen einsehbaren Grund, ihm weitere Expansions- und Kriegsabsichten zu unterstellen.

Nun zum deutsch-polnischen Verhältnis. 1918 bleiben eine Anzahl polnischer Gebietsforderungen an Deutschland unerfüllt. So verlangen die Polen in Versailles zusätzlich ganz Oberschlesien, Ostpommern, Ostpreußen sowie das Memelland für sich. Die Forderungen nach Ostpreußen verstummt in den polnischen Zeitungen nicht einmal bis 1939. Alle polnischen Regierungen verlangen von den deutschen die Anerkennung ihrer Gebietsgewinne von 1918 bis 1921, doch keine Reichsregierung geht auf dies Verlangen ein. Alle Regierungen vor Adolf Hitler halten die Grenzfragen gegenüber Polen offen. Erst Hitler wird diese Anerkennung später als Gegenleistung für die Rückkehr Danzigs offerieren. Ab 1934 kommt es zu einer deutsch-polnischen Normalisierung und zum Abschluß eines Deutsch-Polnischen Freundschaftsvertrags. Als im Oktober 1938 die Sudetenlande Deutschland angeschlossen werden, erbittet die polnische Regierung Hitlers Einverständnis, daß Polen das kleine tschechische Industriegebiet von Teschen annektieren darf. Hitler läßt den Polen freie Hand. Er hofft dafür auf ein Entgegenkommen bei den noch offenen polnisch-deutschen Differenzen: der Angliederung Danzigs an Deutschland, den exterritorialen Transitwegen nach Ostpreußen und der Einhaltung der Menschenrechte der deutschen Minderheit in Polen.

Nach Hitlers Teschen-Einverständnis versucht die Reichsregierung die deutsch-polnischen Probleme in sechs Anläufen auf dem Verhandlungsweg zu lösen. Des erste deutsche Vorschlags vom Oktober 1938 ist das Angebot, für die Zustimmung zu den drei deutschen Wünschen Danzig, Transitwege und Garantie der Menschenrechte für die deutsche Minderheit die polnischen Gebietserwerbungen in Schlesien, Westpreußen und Posen als endgültig anzuerkennen. Um diese Anerkennung hatte Polen stets gebeten. Man verhandelt im November 1938 und im Januar 1939, doch außer der polnischen Bekundung, nach Lösungen zu suchen, bewegt sich nichts. Bei den Januar-Gesprächen erweitert Hitler seinen Kompromissvorschlag mit der Formel: „Danzig kommt zur deutschen Gemeinschaft und bleibt wirtschaftlich bei Polen.“ Da Danzig Völkerbundsmandat ist und nicht polnisch, ist diese Formel in der Tat ein Kompromiß. Im März 1938 zerfällt die Tschechoslowakei, und Polen will auch davon profitieren. Hitler weiß das, doch er macht die Rest-Tschechei zum Protektorat, schließt ein Bündnis mit der neu entstandenen Slowakei und läßt die Polen unberücksichtigt. Die Welt ist über Hitlers Tschechei-Protektorat empört, und Polen ist erzürnt, daß es leer ausgegangen ist. In diese Zeit fällt Hitlers vierter Versuch, mit Polen über Danzig zu verhandeln. Polen aber nutzt die Empörung der Engländer über Hitler, wird in London wegen eines Beistandspaktes vorstellig, der ihm auch zugesichert wird, ruft 330.000 Reservisten zu den Waffen und läßt Kampfverbände in Richtung Danzig aufmarschieren. Hitler, der bisher auf eine Verständigungslösung mit den Polen hingearbeitet hat, ist von diesen kriegerischen Drohgebärden Polens überrascht. Er kündigt den Freundschaftsvertrag von 1934, den er nun von den Polen als gebrochen ansieht, und gibt dem Oberkommando der Wehrmacht am 3. April 1939 die Weisung, einen Angriff gegen Polen vorzubereiten, und zwar so, daß er ab dem 1. September begonnen werden kann.

Quelle: VORKRIEGSGESCHICHTE von Gerd Schultze-Rhonhof, ehemaliger Generalmajor der Bundeswehr – zuletzt  Territorialer Befehlshaber für Niedersachsen und Bremen.

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Der Zweite Weltkrieg hatte viele Väter

Die Siegermächte haben sich zu Eroberern der Welt erklärt.

Brigadegeneral a. D. Reinhard Günzel : Die Fahrt in ein bedeutungsloses Helotendasein.

 GünzelJeder Soldat, der sich auch nur oberflächlich mit der Militärgeschichte und der Kriegsgeschichte befaßt hat, der weiß, daß es von dem Augenblick an, an dem Vernunft und Diplomatie verloren haben und die Waffen sprechen, keine Grausamkeit und Bestialität gibt, derer die Menschen nicht fähig wären und die sich von der aschgrauen Vorzeit bis heute nicht schon zigtausendmal ereignet hätte. In dem Moment, in dem der Mensch seine angeborene Tötungshemmung überwunden hat, öffnen sich seelische Abgründe, die ihn weit unter die Stufe eines jeden Tieres stellen und über die er im Nachhinein wohl regelmäßig auch selbst entsetzt ist.

Das gilt für den Einzelnen, wie für die Völker im Ganzen, und leider sind auch die sogenannten Kulturvölker davon nicht ausgenommen. Und weil der Mensch dies weiß, weil er die in ihm schlummernde Bestie kennt, hat er immer wieder versucht, durch Regeln, Abkommen und Konventionen diese Grausamkeit auf ein notwendiges Maß zu beschränken. Allein schon deshalb, weil man ja nach einem Waffengang wieder miteinander auskommen wollte und mußte, aber auch aus ganz pragmatischen Gründen, denn eine enthemmte, entmenschte, disziplinlose Soldateska war ja nicht mehr zu führen.

Und so gab es immer wieder bemerkenswerte Beispiele von Fairneß und Ritterlichkeit, insbesondere dann, wenn die Waffen schwiegen und man den geschlagenen Gegner buchstäblich vom Boden wieder aufhob.
Dieses Bemühen um eine humane Kriegführung, wenn dieses Wort erlaubt ist, fiel jedoch regelmäßig und
ironischerweise immer dann sofort wieder in sich zusammen, wenn das Volk im Namen Gottes zu den Waffen gerufen wurde. Glaubenskriege und Kreuzzüge waren die mit Abstand grausamsten der Menschheitsgeschichte, denn hier kämpfte man ja nicht mehr gegen einen, wenn auch feindlich gesonnenen, aber doch immerhin menschlichen Gegner, hier kämpfte man gegen den Leibhaftigen mit seinem gesamten höllischen Anhang. Hier ging es nicht mehr um irdische Güter, um Land, Macht oder Interessen, hier ging es um das Wort und die Werke des wahren Gottes, nicht um Sieg oder Niederlage, sondern um die Ausrottung des Bösen schlechthin.

Und da war natürlich auch jedes Mittel recht, denn wer mit Gott im Bunde war, der konnte ja nichts Unrechtes tun. Und daher wäre es auch naiv, anzunehmen, daß mit steigender Zivilisation auch die Kriegführung menschlicher geworden wäre. Schon ein Blick in das vorige Jahrhundert zeigt, daß eher das Gegenteil der Fall ist. Bereits das Ausmaß der Kriegsverbrechen beweist, daß man vielmehr von einer erneuten Barbarisierung der Kriegführung sprechen muß. Aber selbst, wenn man das Maß der Kriegsverbrechen noch erklären könnte mit einer im Krieg einhergehenden Brutalisierung, mit den aufgeputschten Massenheeren oder der gesteigerten Zerstörungskraft der Waffen, so zeigt doch vor allem das Verhalten der Sieger nach dem Krieg, daß zumindest die beiden Weltkriege eine völlig andere Qualität hatten.

Während z. B. noch das geschlagene Frankreich nach den napoleonischen Kriegen als gleichberechtigter Partner mit am Tisch saß, mußte 100 Jahre später das Deutsche Reich ein Diktat hinnehmen, bei dem ein Bemühen um Ausgleich, Verständigung oder gar Versöhnung nicht einmal ansatzweise zu erkennen war.

Wie ist das zu erklären? Nun, ganz zweifellos durch die Tatsache, daß schon dieser Erste Weltkrieg, wie erst recht
natürlich der zweite in der Tat eine Art Kreuzzugscharakter hatte, und stellvertretend für eine Fülle von Beispielen möchte ich hier ein Gebet zitieren, das von Vertretern einer der kriegführenden Parteien gesprochen wurde:

"Allmächtiger Gott, Himmlischer Vater, Du weißt, o Herr,
daß wir uns in einem Kampf auf Leben und Tod befinden
gegen eine der schändlichsten, gemeinsten, gierigsten,
blutdurstigsten und sündigsten Nationen, die jemals die
Seiten der Geschichtsbücher geschändet haben. Du weißt,
daß Deutschland aus den Augen der Menschheit genug
Tränen gepreßt hat, daraus ein neues Meer zu füllen,
daß es genug Blut gesogen hat, jede Woge auf diesem
Meer zu röten und daß es aus den Herzen von Männern,
Frauen und Kindern genug Schreie und Stöhnen gepreßt
hat, daraus ein neues Gebirge zu machen. Wir bitten Dich,
entblöße Deinen mächtigen Arm und schlage dieses Pack
hungriger, wölfischer Hunnen zurück, von deren Fängen
Blut und Schleim tropft. Wir bitten Dich, daß die Sterne
auf ihren Bahnen und die Winde und Wogen gegen sie
kämpfen. Und wenn alles vorüber ist, so werden wir
unser Haupt entblößen und unser Antlitz zum Himmel
erheben. Und Preis sei Dir für immer dar durch
Jesum Christum, Amen".

Diese Worte stammen nun nicht etwa aus einer schwarzen Messe oder von einer fanatisierten, aufgeputschten
Menschenmenge. Sie wurden gesprochen von den Abgeordneten des amerikanischen Repräsentantenhauses am 10. Januar 1918 und bedürfen keines Kommentars.

Und wie der Kampf der Nationalsozialisten im Osten nicht nur gegen die Sowjetunion, sondern eben auch gegen den bolschewistischen Untermenschen geführt wurde, so kämpften auch die Alliierten nicht gegen Deutschland, die Wehrmacht oder gegen die Japaner, sondern gegen die Krauts, die Bochs, die Nazis, die Hunnen oder gegen die Japse, die man mit einer gewaltigen Propaganda stigmatisiert, ausgegrenzt und geächtet hatte, um sie dann als Ungeziefer, als verächtliche Tiere, guten Gewissens ausrotten zu können.

Nur so lassen sich die planvolle Vernichtung deutscher Städte, die Bombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, kurz vor Ende des Krieges sowie ein Morgenthau-Plan erklären. Und dieser Kreuzzugscharakter wird weiterhin deutlich durch die Tatsache, daß zwar am 8. Mai 1945 die Waffen schwiegen, daß aber jetzt im Osten wie im Westen Zivilbevölkerung wie Soldaten millionenfache Opfer der schrecklichsten Kriegsverbrechen wurden, wobei dieser Begriff natürlich nicht mehr zutrifft, denn der Krieg war zu Ende.

Und so war es Mord, millionenfacher Mord. Verbrechen, die selbst einen Dschingis Khan hätten erschauern lassen. Wie auch sonst wäre es zu erklären, daß selbst ein Mann wie Ernest Hemingway sich scheußlicher Untaten rühmen konnte, ohne daß es seinem Renommee auch nur im geringsten Abbruch getan hätte – eben weil er sie gegen Deutsche verübte, deren Ermordung nicht nur in einem quasi rechtsfreien Raum, sondern auch im Namen Gottes geschah.
Ich zitiere hierzu aus einem seiner Briefe:

"Einmal legte ich einen sehr frechen SS-Kraut um. Als ich ihm sagte,
ich würde ihn töten, wenn er seine Fluchtwegsignale nicht preisgäbe,
sagte der Kraut ‘Sie werden mich nicht töten, denn Sie haben Angst
davor und weil Sie einer Rasse von degenerierten Mischlingen angehören.
Außerdem ist es gegen die Genfer Konvention’. Was für einen Fehler hast
Du gemacht, Bruder, sagte ich und schoß ihm dreimal schnell in den Bauch.
Dann, als er in die Knie ging, schoß ich ihm in die Birne, so daß sein
Gehirn aus dem Mund kam oder ich glaube, es war die Nase. Der nächste SS-
Mann sagte dann wunderbar aus. Ich habe 122 sicher getötet. Der Letzte
war ein Soldat in deutscher Uniform mit Helm. Ich sagte ‘Den übernehme
ich!’, und erschoß ihn mit einer M1. Es war ein Junge, und ich hatte
ihn durch das Rückgrat geschossen und die Kugel war durch die Leber
wieder herausgekommen."

Zitat Ende.
So muß man die Nürnberger Prozesse vor allem unter diesem Gesichtspunkt sehen, denn mit den Grundsätzen einer abendländischen Rechtskultur sind sie nicht einmal ansatzweise in Einklang zu bringen. Hier ist unter dem Vorwand der Rechtstaatlichkeit blanke Siegerjustiz geübt worden. Aber dies ist an anderer Stelle ausführlich behandelt worden.
Was aber, zumindest in der Neuzeit, ohne Beispiel ist, ist die Tatsache, daß hohe und höchste Soldaten unter äußerst fragwürdigen Anschuldigungen abgeurteilt und auf schändliche Weise hingerichtet wurden. Hätte man eben diesen Maßstab (Vorbereitung und Führung eines Angriffskrieges) an die Siegermächte angelegt, die ja mit großem Fleiß bis dato und auch danach nichts anderes getan haben, als fremde Völker mit Gewalt zu unterwerfen, dann hätten die Hinrichtungen wohl noch einige Monate länger in Anspruch genommen.

Und so ging es eben auch in Nürnberg, wie schon in Versailles oder Potsdam, nicht um Frieden, sondern um Rache, um Bestrafen, um Unterwerfen.
Der Soldat der Bundeswehr muß dies alles mit stillem Grausen betrachten, weil es ihm deutlich macht, daß eine
gerechte, faire oder gar ehrenvolle Behandlung nicht mehr, wie früher, von seinem Verhalten abhing. Aber er mag sich damit trösten, daß es nun einmal keine irdische Gerechtigkeit gibt und daß das vehe victis eine Jahrtausende alte, grausame Erfahrung der besiegten Völker war und bleiben wird.

Was ihn aber schier wahnsinnig machen und an seinem Beruf verzweifeln lassen muß, ist die Tatsache oder es ist
gewissermaßen eine Spätfolge von Nürnberg, nämlich die Art und Weise, wie sein eigenes Volk mit seinen Soldaten umgeht. Selbst nach der Schlacht von Cannae (*), die ja für eine Katastrophe schlechthin sprichwörtlich geworden ist, wurden die überlebenden Soldaten mit ihrem Oberbefehlshaber Terentius Varro ohne jeden Vorwurf wieder in Rom aufgenommen.
Dem gegenüber steht der deutsche Soldat vor der geschichtlich wohl einmaligen Situation, daß die Wehrmacht, die nach übereinstimmendem Urteil aller namhaften ausländischen Militärhistoriker die disziplinierteste und beste Armee der Welt war, daß diese Armee vom eigenen Volk auf jede erdenkliche Weise diffamiert, verächtlich gemacht und zunehmend aus dem Gedächtnis getilgt wird, weil sie, so die offizielle Begründung, von einer verbrecherischen Politik mißbraucht wurde. Und dieses Verdikt trifft nicht nur die Wehrmacht, sondern auch alle früheren deutschen und preußischen Armeen.

Mir ist weltweit keine Nation bekannt, die nicht über die Jahrhunderte hinweg, unabhängig von der Regierungsform oder der Art des Krieges ihre Soldaten und damit ihr soldatisches Erbe in hohen Ehren gehalten hätte. Der frühere österreichische Bundeskanzler Dr. Alfons Gorbach hat dazu festgestellt:

"Nur eine niedrige und schäbige Gesinnung kann einer so unerhörten seelischen Barbarei fähig sein, den Millionen Toten des letzten Weltkrieges und ihren Angehörigen über die Opfer hinaus auch noch den Sinn dieser Opfer rauben zu wollen und sie als sinn- und zwecklos, ja als schändlich und strafwürdig hinzustellen."

Zitat Ende.
Und wenn es zutrifft, daß man den Charakter eines Volkes nicht zuletzt auch daran erkennt, wie es nach einem
verlorenen Krieg mit seinen Soldaten umgeht, dann dürfte es einem jungen Mann heute nicht leichtfallen, für ein
solches Volk sein Leben einzusetzen.
Aber wie ist ein solches Verhalten, das man ja nur als pathologisch bezeichnen kann, zu erklären? Nun ganz zweifellos durch eine Maßnahme, deren Wurzeln in dem geradezu messianischen Sendungsbewußtsein, vor allem der angelsächsischen Völker liegen. Weil man natürlich wußte, daß ein Volk mit Charakter gegen solche Siegerjustiz und Strafbestimmungen irgendwann einmal wieder aufstehen wird, wie z. B. nach Versailles, mußte man zunächst im gesamten Volk ein kollektives Schuldbewußtsein einbrennen, um es dann in einer beispiellosen
Charakterwäsche umzuerziehen – ein Vorgang, der an Arroganz und Anmaßung einmalig sein dürfte.
Und wenn der amerikanische Journalist Walter Littmann recht hat, daß 

- Zitat -

"Die Umerziehung erst dann als wirklich gelungen angesehen werden kann, wenn die Kriegspropaganda der Sieger
Eingang gefunden hat in die Geschichtsbücher der Besiegten und von der nachfolgenden Generation auch geglaubt wird, dann ist dies in bewundernswerter Weise gelungen".

Und so hat man diesem Volk nicht nur das Rückgrat gebrochen, sondern auch seine Seele genommen und damit die Weichen gestellt für die Fahrt in ein bedeutungsloses Helotendasein.
- – -
(*) Cannae, alte Stadt in Apulien (Italien), am Aufidus (Ofanto). 216 vor der Ztw. Niederlage der Römer gegen
Hannibal (gilt als Muster einer Umfassungsschlacht).

Brigadegeneral a. D. Günzel war Kommandeur des Kommandos Spezialkräfte (KSK) der
Bundeswehr in Calw. Seinerzeit hat er einen Unterstützerbrief an den Bundestagsabgordneten der CDU Martin
Hohmann geschrieben, der zum Tag der Deutschen Einheit eine Rede hielt, die der Zentralrat der Juden postwendend scharf beanstandete. Die zuständige Staatsanwaltschaft ermittelte gemäß § 130 Volksverhetzung gegen Martin Hohmann, hat aber das Verfahren eingestellt. Unglücklicherweise hatte Hohmann einem Fernsehteam (Frontal 21) die Unterstützerbriefe gezeigt, auch den von General Günzel. Hohmann bezeugte damals, daß die TV-Leute Verschwiegenheit zugesichert hätten. Doch als Mann, der Jahrzehnte in der Politik stand, mußte er wissen, daß derartige Zusagen nicht das Geringste wert sind, insbesondere wenn sie aus dem Linkskartell kommen und nahezu alle Politmagazine gehören mit Verve dazu. Natürlich kam der Unterstützerbrief des Generals in der nächsten Magazin-Sendung genüßlich zur Sprache und in die Öffentlichkeit. Sofort hat der Kriegsminister Struck (SPD-Linkskartell) den General Günzel ohne Anhörung gefeuert. So gesehen kann man von einem Glücksfall für die Opposition hier im Lande sprechen. Seither hält General Günzel seine Vorträge zur Lage der Nation ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen.

Quelle: Widerhall